Nachhilfe

Nachhilfe

 

Information: Schwarze Computerschrift auf einem weißen Zettel. Zwei Schriftgrößen. Zettel hängt angepinnt an einer Pinnwand.

 

Zitat:                  Betreff: Nachhilfe

                               Sehr geehrte Damen und Herren,

                               Ich suche eine Nachhilfe ab sofort für meine beiden Kinder 15

                               und 17 Jahre alt.

                               Die Nachhilfe soll einmal die Woche stattfinden, bei

                               Klassenarbeiten ggf. auch zweimal.

                                Bei Interesse bitte unter … anrufen

                               Mit freundlichen Grüßen

                               Unterschrift

 

 

Kommentar: An einer Pinnwand befinden sich erfahrungsgemäß eine Handvoll Zettel, die das ein oder andere ankündigen oder anbieten. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein eher verstecktes Angebot. Inseriert wird nämlich eine Suche. Da sucht jemand etwas. Hinter dieser Suche steckt jedoch ein durch Bedarf abgedecktes Bedürfnis. Die Nachhilfe, die hier gesucht wird, soll, so hoffen wir inständig, nicht umsonst arbeiten. Das Bedürfnis den Kindern helfen zu lassen, ist demnach ein Angebot für jemanden, der sich auskennt und sein Wissen gern an andere weitergibt, gegen Geld versteht sich.

Nun ist es aber so, dass dieses hier versteckte Angebot äußerst gut versteckt ist. Es ist dem Text, der Suche oder dem Angebot nicht zu entnehmen, um welche Art Nachhilfe es sich handelt. Die Vermutung, dass es sich um im schulischen Kontext abzuspielende Nachhilfe handelt, legt das Alter der Kinder nahe. Doch um welches Fach es sich denn dreht, geht aus dem Text nicht hervor. Das ist doppelt schade. Wir können daraus nämlich drei Schlüsse ziehen, die allesamt wenig schmeichelhaft sind. Der erste, leider sehr naheliegende Schluss, ist das Geschlecht des Auftraggebers. Es handelt sich dabei um eine männliche Person, den Vater. Das können wir nicht anhand der hier unkenntlich gemachten Unterschrift oder Telefonnummer ermitteln, sondern aus der Tatsache, dass die wesentliche Information fehlt. So etwas, so leid es mir tut, ist Männersache.

Der zweite Schluss, der sich aus dem ersten ergeben könnte und deshalb doppelt schade ist, ist, dass durch das Fehlen der wesentlichen Information der Eindruck entstehen könnte, dem Vater sei die Nachhilfe seiner Kinder nicht so wichtig. Spätestens am Telefon könnte der Vater den oder die Anruferin vom Gegenteil überzeugen.

Der dritte Schluss, der ebenfalls mit der wesentlichen und leider fehlenden Information zusammenhängt, legt nahe, dass es den Kindern in allen Fächern an nötigem Wissen mangelt und tatsächlich für jedes Fach eine Nachhilfe benötigt wird. Auch keine schöne Vorstellung.

Hoffen wir, dass dem besorgten Vater geholfen wird, wie auch immer sich das Problem gestalten mag.

Werbung

Unprätentiös

Tür zu

 

Information: Ein weißer Zettel, von hinten auf eine Tür geklebt. Es ist ein roter Stift verwendet worden. Der Hinweis auf dem Zettel ist zweisprachig, oben deutsch, darunter türkisch.

 

Zitat:    oben:                   „Dieser Tür ist zu“

                unten:                  „Bu Kapi Kapalidir“

 

Kommentar: Ein sehr schönes Beispiel für einen absolut unprätentiösen Hinweis. Hier wird nicht gedroht, hier wird nicht befohlen, hier wird nicht einmal gebeten. Es ist lediglich vermerkt, dass diese Tür zu ist. Von dem grammatischen Fehler abgesehen, handelt es sich hier um eine Aussage, die nur in ihrer gesamten pragmatischen Tragweise erfasst, wirklich Sinn ergibt. Man denke an die interessante Situation zwischen Mann und Frau: Der Mann liest Zeitung, die Frau schaut Fernsehen. Plötzlich sagt die Frau: „Es zieht“. Sie spricht natürlich von dem unangenehmen Luftzug, meint aber das geöffnete Fenster. Der Mann steht nun auf und schließt das Fenster, weil er weiß, was seine Frau meint.

Bei diesem Schild weiß auch jeder sofort, was gemeint ist, nämlich, dass wir doch bitte, um in das Geschäft zu kommen, die andere Tür benutzen sollen. Das steht da aber nicht und das ist gut.

Wäre der Bildaufnehmer, von Fotograf zu sprechen wäre wirklich zu viel des Guten, in der Lage gewesen, ein besseres Bild zu produzieren, dann hätte man sehen können, dass hinter der Tür ein Regal steht, so dass die Tür selbst unverschlossen nicht geöffnet werden kann, ohne die Inneneinrichtung zu demolieren. Ein weiterer Vorteil dieses Aussagesatzes, denn ohne eine darin enthaltene Aufforderung fühlt sich niemand beleidigt, weil eine so offensichtliche Tatsache wie die von innen verstellte Tür auch noch mit einer Aufforderung belegt wird, diese Tür nicht zu benutzen. Es wird nämlich niemand angesprochen.

Absolutes Rauchverbot

Rauchen erlaubt

 

Information: Ein weißer Zettel, eingeschweißt in Folie an die Tür geklebt. Schwarze Schrift, Überschrift groß, klein im unteren Teil. Dazwischen das bekannte Nichtrauchersymbol mit dahinter gekreuztem grauem Kreuz. Der Wisch ist unten abgerissen worden. Der Text mit Kugelschreiber um ein „erlaubt“ ergänzt.

 

Zitat:    oben:                   „Hier absolutes

                                               Rauchverbot!“

                unten:                  „Das Rauchen ist nur in der KANTINE,

                 von Hand:          erlaubt.“

 

Kommentar: Ein Hinweis, der sich in öffentlichen Gebäuden häufig findet, und eigentlich nichts Besonderes darstellt. In diesem Fall jedoch wurde der angebrachte Zettel bewusst manipuliert und verkürzt. Offensichtlich gab es mindestens einen zweiten Ort, an dem geraucht werden durfte. Das deutet auch das Komma hinter „KANTINE“ an. Als später Leser kann hier nur noch vermutet werden, um welchen Ort es sich handelt, an dem noch geraucht werden durfte.

Schön ist auch, dass allen Hinweisen und Kenntlichmachungen des Nichtrauchendürfens das Zettelchen um genau die Vokabel ergänzt werden musste, die dem Verbotensein entgegengesetzt ist: erlauben. Dieser „Mangel“ ergibt sich aus dem ganzen Satz, der, egal wie lang er ursprünglich gewesen ist, nicht verbietend, sondern nur einschränkend wirkt. Das steht dem Erlauben natürlich immer noch entgegen ist aber längst nicht mehr so strikt, wie das Verbotensein. Auf das strikte Verbot erfolgt sogleich dessen einschränkende Wirkung für betreffende Räumlichkeiten, denn dort ist Rauchen erlaubt.

Fraglich ist auch der Ausdruck „absolut“, der dem Zweizeiler erst seine schöne Symmetrie ermöglicht. Der Dude würde sagen: „Das absolut hat das Verbot erst richtig gemütlich gemacht“. Außer der Gemütlichkeit hat es leider keine Funktion. Eine Partikel, hier verstärkend, wo es nichts zu verstärken gibt. Wenn hier nicht geraucht werden darf, darf hier nicht geraucht werden, auch nicht, um Leben zu retten oder mal ganz kurz oder bei geöffnetem Fenster oder oder oder. Rauchverbot! Sieht aber schöner aus, muss ich schon sagen.

Stay true!

Rauchwerbung

 

Information: Eine große Werbetafel mit alugrauem Rahmen und Beleuchtung darüber. Darin ein Plakat mit Tabakwerbung der Firma Winston. Darauf ein Schriftzug links (oben weiß und unten rot), ein Mann, eine Frau, ein Schriftzug rechts (gleiche Anordnung der Farben wie Schriftzug links), eine Tabakdose. Dahinter ist ein Friseurgeschäft zu erkennen.

 

Zitat:    links:                     „1 Herrensalon

                                               25 Haarschnitte

                                               5 Minuten Freiheit“

                rechts:                 „Stay true

                                               Stay free“

 

Kommentar: Tabakwerbung ist nicht nur manchmal besonders intelligent. Am intelligentesten ist sie, wenn Sie suggestiv vorgeht und dem potentiell Verführten einzuflüstern versucht, wie toll er doch ist. Diese Werbung flüstert ausnahmsweise mal nichts ein, jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Offensichtlich ist die Frau die Friseurin, denn es ist ein Herrensalon und der Mann wird ja nicht in einem Herrensalon einer Frau die Haare schneiden. Dem Text nach zu urteilen, hat es die Frau sehr schwer. Entweder tragen die Männer Hüte oder sie kommen in Scharen zum Scheren. Denn die Frau hat genau 5 Minuten Pause nach 25 Haarschnitten. Das muss man(n?) sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Bei einer durchschnittlichen Verweildauer von nur 20 Minuten, was wirklich äußerst schnell wäre, sind das mehr als 8 Stunden Dauerdienst an der Schere! Genau 8 Stunden und 20 Minuten. Dann geht die Frau eine rauchen. Ich würde ja am Stock gehen. Ich würde auch nicht mehr lächelnd vorm Laden sitzen.

Völlig losgelöst davon reagiert irgendwie der rechte Schriftzug auf diese völlig groteske Szene, indem er nun wiederum postuliert: „Stay true!“ Bleib bei der Wahrheit, oder bleib dir treu! Und dann auch noch: „Stay free!“ Bleib frei, unabhängig! Das „Stay true“ korrespondiert in der Farbgebung übrigens mit dem „1 Herrensalon, 25 Haarschnittte“, das „Stay free“ mit „5 Minuten Freiheit“. Was für eine Freiheit soll das sein? Und welcher „Wahrheit“ ist der Betrachter hier aufgesessen? Auf den Schreck, braucht wohl jeder erstmal eine Zigarette und wünscht sich nichts lieber, als keine Friseurin werden zu müssen. Ein voller Erfolg für die Werbebranche!

Was? Das glauben Sie nicht? Erzählen Sie’s Ihrem Friseur!

Nicht von Pappe

Pappe

Information: Auf einem Ständer aus Aluminium angebrachter, laminierter weißer Zettel. Die Schrift ist dreifarbig, erst schwarz in Groß- und Kleinschreibung, dann eine Zeile in blauen Majuskeln, darauf folgen zwei Zeilen in schwarz und am Ende zwei Zeilen in rot. Alle Zeilen sind zentriert.

Zitat:                     Die Pappe oder das Papier

„BITTE ZERKLEINERN „

dann paßt auch mehr

in die Container!!!!!!

Dann muss auch der letzte

nicht`s daneben stellen!!!!!!!!

Kommentar: Hier war jemand ganz schön wütend. Es handelte sich dabei offensichtlich um keine Affektwut, denn ein solches Schild baut sich nicht innerhalb weniger Minuten auf dem Rechner. Dafür wurde sehr viel Energie aufgewendet, was sich spätestens mit dem extra dazu passend angefertigten Ständer erklärt. Leider ist die Akribie in der Vorbereitung dieses Schildes nicht zu Ende geführt worden. Das könnte Nachlässigkeit oder Unvermögen gewesen sein, die sich in einer mangelhaften Rechtschreibung und Grammatik wiederspiegelt. Auch der inflationäre Umgang mit Interpunktion, genauer: dem Ausrufezeichen, der Apostroph im Nichts, die verunglückten Anführungszeichen am Ende der zweiten Zeile, überhaupt, diese zweite Zeile in kompletter Großschreibung und wozu denn eigentlich die Anführungszeichen?

Vielleicht war es aber doch nur Wut, angestaute, gut kalkulierte, berechnende Wut auf die ganzen Ignoranten, auf alle, denen egal ist, wie sich jemand fühlt, der einmal wöchentlich zu dem Container geht und sein Papier daneben stellen muss, weil jemand seinen Karton nicht gefaltet, sondern als platzraubende Hohlpappe entsorgt hat. Wut auf Leute, die solche Schilder nur dann lesen, wenn sie daran etwas finden, was so offensichtlich falsch ist, dass sie sich insgeheim vorstellen, was für ein armer, dummer Typ das zu verantworten hat. Die dann plötzlich, aus lauter Mitleid mit dieser gebeutelten Kreatur anfangen, ihre Kartons zu zerkleinern, weil sie denken, dass der Schildaufsteller schon genug gestraft ist im Leben. Und vielleicht war das ja die Intention dieser Botschaft. Wie diese kleine Fliege im Urinal, die alle immer anpissen wollen, verstehen Sie?

Parken

Elektrofahrzeugparkplatz

Information: Ein Blatt Papier, eingeschweißt in Folie und nach den Regeln des goldenen Schnittes geteilt. Zu ca. 2/3 blau und 1/3 Drittel weiß. Im blauen Bereich ein weiß markiertes P, dessen Punze einen Netzstecker darstellt. Darunter schwarze Schrift auf weißem Grund, den Abschluss bildet ein Doppelpfeil zur Markierung von Flächen rechts und links des Hinweisschildes.

 

Zitat:                     „Nur für

                              Elektrofahrzeuge“

Kommentar: Ich habe nichts auszusetzen. Außer vielleicht, dass das Schild eben kein Schild ist, sondern ein in Folie eingeschweißter Zettel. Die Steckdosenpunze im P ist so aussagekräftig, dass es eigentlich keines weiteres Textes bedarf. Noch ein Mangel. Aber sonst. Nichts.

Hauptstadt privat

Kreuzbergsuedost

Information: Ein weißer Zettel mit schwarzen Buchstaben, der sowohl eine Überschrift als auch ein darunterliegendes Verbot in zentrierter Ansicht transportiert. Die Überschrift ist fett und größer abgedruckt als der restliche Text. Der Zettel ist laminiert und aufgeklebt auf eine Mauer, dahinter ein Wohnhaus.

 

Zitat:                                     „Privateigentum

                                         Betreten und Hausieren

                                                    verboten!“

                              

Kommentar: Die Verwendung des Begriffes „Hausieren“ zeugt von einer gewissen Distinguiertheit der Verfasser bzw. seiner Auftraggeber, denn er ist heute eigentlich kaum noch üblich. Diese Haltung gegenüber den Leserinnen und Lesern dieser Botschaft, verstärkt sich noch, wenn man sich den eigentlichen Ursprung des Verbotes einmal anschaut. Ursprünglich hieß es nämlich: „Betteln und Hausieren verboten!“ Da es in unserer Zeit scheinbar sehr selten geworden ist, an Haustüren um Essen, Geld oder Kleidung zu bitten, haben sich die Verfasser gedacht, sie könnten doch einfach das „Betteln“ gegen „Betreten“ austauschen. Die Redundanz dieser Botschaft ist ihnen dabei natürlich nicht in den Sinn gekommen, denn wer das Haus nicht betreten darf, kommt auch nicht mehr dazu, dort hausieren zu gehen. Hier vermischt sich also eine gewisse Reserviertheit gegenüber der Außenwelt mit schlechtem Stil, der, wie an anderer Stelle genügend dokumentiert, auch am Gebäude selbst konsequent fortgeführt wurde. Wünschen wir den Bewohnern/Verfassern doch genau diese konsequente Behandlung durch etwaige Besucher, Handwerker, Postboten, Pizzalieferanten etc.

Sowohl das Bild als auch die Überschrift habe ich mir an dieser Stelle ausgeliehen, der Verfasserin dafür nochmals vielen Dank!

Einbrecherinnen

Einbrecherinnen

Information: Ein weißes Blatt Papier von innen gegen die Scheibe geklebt. Ein dünner blauer Rahmen umfasst den größtenteils blau gehaltenen Schriftzug. Nur die Überschrift ist schwarz gehalten und etwas größer und zentriert, der blaue Text ist Flattersatz.

 

Zitat:                                     „An alle Einbrecher (-innen)!

                        Auf diesem Wege möchten wir euch bitten, doch

                        davon abzulassen hier einzudringen.

                        In dieser Praxis gibt es weder Geld, noch Rezepte,

                        noch Medikamente oder Ähnliches zu holen.

                        Um Euch und uns den Frust zu ersparen – laßt es

                        einfach sein!

                        Danke!“

                              

Kommentar: Das Problem der Anrede ist tatsächlich das größte Problem innerhalb des wahrscheinlich sowieso völlig nutzlosen Hinweisschildes. Es können gar nicht alle Einbrecher (-innen) gemeint werden, weil das diejenigen mit einschließen würde, die den Zettel nicht lesen, nicht lesen können, übersehen oder genau wegen des Zettels einsteigen, weil sie hinter dem Hinweis das genaue Gegenteil vermuten: einen Rezeptblock, fertig abgestempelt und unterschieben, eine prall gefüllte Kasse mit Barreserven aus lauter großen Scheinen sowie einen Hochleistungssupercomputer im Handtaschenformat an der Rezeption, womöglich von Apple. Da nutzt es leider auch nichts, die Einbrecherinnen gleich mit zu meinen.

Ähnlich grobe Verstöße gegen das menschliche Urteilsvermögen sind nur noch aus der Glücksspielbranche bekannt, wo es auf jeder Werbetafel zum vermeintlichen Lottogewinn heißt: „Glücksspiel kann süchtig machen.“ Oder reich.

Looms

Looms

Information: Ein weißer Zettel, nicht sonderlich am Schaufenster ausgerichtet, darauf mit einem Marker geschriebene Worte, eingefasst von zwei Pfeilen. Den Zettel hält ein Klebestreifen.

Zitat:                Loom

Bänder

Kommentar: Tja, was soll man dazu groß schreiben? Looms sind schwer in Mode, könnte man meinen. Seit Wolle Petry vor Jahrzehnten damit anfing, hat sich natürlich einiges bewegt aber manches ist auch genau gleich geblieben. Die Farben sind schriller geworden, die Bänder werden jetzt nicht mehr selbst geknüpft, sondern von Schlüsseldiensten und Schuhreparaturen neben die Gucci-Tasche im Schaufenster platziert. Die Bänder werden aber immer noch nicht abgenommen, weder beim Händewaschen oder in der Dusche noch beim Schlafen. Dreckig werden sie dabei ganz von allein. Diese Bänder verströmen neben ihrem Geruch auch eine Art von Patina, das häufig mit Lebensgefühl verwechselt wird. Wer solche Bänder trägt, hat Freunde, hat handwerkliches Geschick oder einfach einen langen Atem, denn wenn nach Jahren jemand danach fragt, dann kann man sagen: „Och, das habe ich schon ewig“, von der Exfreundin, einer Exexfreundin oder von einem echt geilen Partysommer auf einem Festival. „Das waren noch Zeiten damals“, kommen die Träger dann ins Schwärmen und berichten von erstem Sex oder zweitem, von Zelten und Matsch und Bands und wo sie nicht überall überteuertes Bier in Büsche gekotzt haben.

Wenn diese Leute dann irgendwann die Bänder abnehmen, weil sie uncool geworden sind, liegt das nicht an den Bändern, wie gesagt, die gibt es seit Wolle Petry, dann taucht plötzlich ein neues Lebensgefühl auf, dann tauschen sie die Looms gegen eine Digitaluhr von Casio, lassen sich einen Bart stehen und werden Hipster.